Ablauf eines herkömmlichen Textilherstellungsprozess

 

Durch Weben, Stricken oder Wirken entsteht aus pflanzlichem, tierischem oder synthetischem Garn eine textile Fläche die, zur leichteren Verarbeitung, durch chemische Schlichtemittel oder Spinnöle präpariert wird.

 

Nachfolgend werden die Textilien veredelt. Zur Veredelung gehören u.a. Waschen, Bleichen, Mercerisieren, Färben, Drucken und Ausrüsten. 

Das alles bedeutet eine enorme Belastung für die Umwelt: Der Anbau von Naturfasern wie Baumwolle verbraucht enorm viel Wasser. Zudem werden Pestizide eingesetzt. Zur Erzeugung von Chemiefasern werden u.a. nicht-erneuerbare Ressourcen (bspw. Erdöl) verbraucht. Die Textilveredelung hat chemisch belastetes Abwasser zur Folge. Von den CO2-Emissionen durch den Transport rund um den Erdball ganz zu schweigen. 

Hier findet ihr weitere Informationen zu dem Thema und hier eine Beispielrechnung der CO2-Bilanz eines einzigen T-Shirts.

 

Quelle: http://emsigeundgruene.blogspot.de/2014/06/die-textilindustrie-in-bangladesch-ein.html
Quelle: http://emsigeundgruene.blogspot.de/2014/06/die-textilindustrie-in-bangladesch-ein.html

Anschließend werden die eigentlichen Endprodukte gefertigt. Durch die große Konkurrenz werden die meisten Produkte in Bangladesch, China und Pakistan günstig produziert. Dabei arbeiten die NäherInnen unter menschenunwürdigen Bedingungen zu Hungerlöhnen. Eine Näherin arbeitet nicht selten 16 Stunden am Tag. Überstunden werden nicht bezahlt, Krankenversicherungen gibt es nicht. Wer krank ist oder sich gewerkschaftlich organisieren will, wird gefeuert. Auch Kinderarbeit ist keine Seltenheit. Allein in Bangladesch arbeiten 10% der

5-14-jährigen (geschätzt werden 5 Mio. Kinder!) in der Textilindustrie.

Die ArbeiterInnen sitzen eng aneinander mit schweren Industrienähmaschinen in einsturzgefährdeten Gebäuden, die Fenster sind vergittert.

Klimaanlagen oder Ablüftungssysteme gibt es trotz der hohen Feinstaubentwicklung nicht. Die NäherInnen dürfen nur einmal pro Tag auf Toilette, werden geschlagen und sexuell belästigt. Entlohnt werden sie für all das mit oft unter 40 Euro pro Monat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Marken-T-Shirt für 40 Euro oder ein konventionelles T-Shirt für 10 Euro handelt. Beide wurden vermutlich in der selben Fabrik unter den selben Bedingungen hergestellt.